Entwicklung des Bühnentanzes
In meinem Tanz finden sich fast alle der unten genannten Stilelemente. In der Entwicklung des Bühnentanzes gab es viele Ideen, was Tanz sein könne. Wenn diese grundlegenden Konzepte von Tanz erfahrbar werden, können Sie die Bewegungskreativität unglaublich bereichern

 

Noch im 19. Jahrhundert standen Aufführungen im Mittelpunkt, bei denen passend zu einer festgelegten Musik Geschichten von höheren Idealen erzählt wurden. Im frühen 20sten Jhd. brach der Ausdrucktanz.mit der Überhöhung und Formalisierung und führte die ganze Bandbreite emotionalen Ausdrucks in den Tanz ein. Im Ausdruckstanz entwickelten sich auch abstrakte Tanzideen (ähnlich zur modernen Bildenden Kunst). Rudolph Laban als ein Protagonist des Ausdruckstanzes schuf ein ausgefeiltes Bewegungsbeobachtungs- und Analysesystem, was dem Tanz Ideen und Begriffe zur Beschreibung von Raum, Körper und Bewegungsdyamiken gab.


In der amerikanischen Tanzentwicklung brach Merce Cunningham zusammen mit dem Musiker John Cage mit den bisherigen Ideen von Tanz und brachte Zufall und reine Abstraktion als Gestaltungsprinzip in die Performances. Ab Mitte der 60er Jahre brachen sich neue Experimente Bahn, die zum einen gesellschaftliche Bezüge im Tanz hinterfragten (wie z.B. das Tanztheater oder die Judson Church Gruppe) als auch neue Bewegungsformen integrierten (wie Kampfkünste, Körpertechniken, Theater) oder ganz neue Bewegungsformen entwickelten (wie Contact Improvisation). Improvisation wurde eine vollwertige Aufführungstechnik.

 

Es entstand in den letzten 30 Jahren eine große Vielzahl von möglichen Ideen und Ansätzen, die heute im Zeitgenössischen Tanz alle ihre Gültigkeit haben können. So kann Tanz im Unterricht und in Aufführungen heute abstrakt oder erzählend sein, mit oder ohne Musik, diverse Bewegungsstile benutzen, in Theater, Tanzstudios oder beliebigen anderen Orten (wie Parks, Fabrikhallen) stattfinden. Tanz kann improvisiert oder festgelegt sein, zufällig oder bedeutsam. Die große Freiheit beinhaltet immer wieder die Notwendigkeit Entscheidungen zu treffen. Hierfür ist meiner Meinung nach eine Klarheit der eigenen Bewegungsideen und -konzepte wichtig.


Deswegen fand ich in den letzten Jahren die Aufführungsideen fruchtbar, die Tanz als Medium reflektieren (was ist eigentlich Tanz???) und  sowie Fragen stellen nach Urheberschaft (wenn jemand eine Bewegung erfindet, gehört ihm dann diese Bewegung?), dem kreativen Prozess des Tanzentwickelns (z.B. wie kann man als Gruppe eine Projekt gestalten?) und die aktiv-schöpferische Rolle des Publikum (z.B, das Publikum lenkt die Aufführung). Dies sind die Ansätze des sogenannten Konzepttanzes.